Tigertränen

Ich bin grad aufgewacht, es ist mitten in der Nacht

und ich hab was ganz Übles geträumt.

Ich war 'n Tiger im Zoo mit Gehege und so

und habe die Fütterung versäumt.

Mir knurrte so der Magen, ich konnt's kaum ertragen,

vor meinem Käfig, die Leute aßen Eis.

Was auch kein Wunder war, denn es war Hochsommer

und draußen war es wirklich tierisch heiß.

 

Ich hab die Freiheit nie gesehen,

doch es kann nichts Schöneres geben.

Lass mich raus!

Lass mich raus!

Ich werd' verrückt, ich raste aus.

 

Ich hab die Freiheit nie gesehen,

doch es kann nichts Schöneres geben.

Lass mich raus!

Lass mich raus!

Ich werd' verrückt, ich raste aus.

 

Hier kommen tagein und tagaus Leute ins Raubtierhaus

und glotzen mich von draußen blöde an.

Sie gehen abends nach Haus und ich male mir aus,

wie es wäre, wenn ich entkommen kann.

Ich würd' durch die Wälder streifen, mich an alles anschleichen

und ab und zu 'nen Fußgänger verzehr'n

Würd' bis nach Indien gehen, mich nach 'ner Tigerbraut umsehen

und mich dann täglich vermehr'n

 

Ich hab die Freiheit nie gesehen,

doch es kann nichts Schöneres geben.

Lass mich raus!

Lass mich raus!

Ich werd' verrückt, ich raste aus.

 

Ich hab die Freiheit nie gesehen,

doch es kann nichts Schöneres geben.

Lass mich raus!

Lass mich raus!

Ich find 'nen Weg, ich brech hier aus.

 

MEINE DAMEN UND HERREN , EINE WICHTIGE EILMELDUNG:

IM BERLINER ZOO IST SOEBEN EIN TIGER AUSGEBROCHEN!

SIE WERDEN DRINGENDS ANGEHALTEN, DIE STRASSEN ZU VERLASSEN,

FENSTER UND TÜREN ZU SCHLIESSEN!

DAS TIER HAT BEREITS ZWEI POLIZEIBEAMTE AUFGEGESSEN!!!

 

Ich hab die Freiheit nie gesehen,

doch es kann nichts Schöneres geben.

Lass mich raus!

Lass mich raus!

Ich werd' verrückt, ich raste aus.